Der umarmende Richter
Aus „Hühnersuppe für die Seele“ von Jack Canfield und Mark Victor Hansen
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Immer wieder ist es förderlich, aufbauende Geschichten zu lesen, zu hören und vor allem daraus für das eigene Leben Passendes zu übernehmen. Als ich vor etlichen Jahren die erste "Hühnersuppe" bekam, wurde es sofort ein Arbeitsbuch. Alles, was mir förderlich erschien, wurde sofort in mein Leben übernommen, in Trainings und Einzelsitzungen eingesetzt.
Lange war mir entfallen, woher mein Herzbeutel für Umarmungsangebote kam, doch irgendwann fiel es mir ... Zur gleichen Zeit wurde aus dem ersten Buch ein ganze Reihe von höchst förderlichen Büchern. Heute schenke und bekomme ich im Alltag immer wieder Umarmungen. Ja, eben nicht nur mit Menschen, die ich kenne, sondern gern mit Fremden (... vorher Fremden?). Die links aufgeführten Medien nutze ich immer wieder. Manchmal laufen die CDs mehrere Stunden als "Hintergrund"-Inspiration. So jetzt aber los ... 

 
Der umarmende Richter
Aus „Hühnersuppe für die Seele“ von Jack Canfield und Mark Victor Hansen
 
Lee Shapiro ist Richter im Ruhestand. Er ist auch einer der wirklich liebenden Menschen.
An einem Punkt in seiner Karriere erkannte Lee, dass Liebe die größte Macht ist, die es gibt. In der Folge wurde Lee ein "Umarmer". Er fing an, jedem eine Umarmung anzubieten. Seine Kollegen tauften ihn den „umarmenden Richter“ - im Gegensatz zum hängenden Richter. Der Aufkleber an seinem Auto lautet: „Geh mir nicht auf die Nerven. Nimm mich in den Arm.“

Lee erfand, was er seinen „Herz-Beutel“ nannte. Auf der Außenseite steht: „Ein Herz für eine Umarmung“. Innen enthielt er dreißig kleine rote, bestickte Herzen mit Klebefilm auf der Rückseite. Lee nahm seinen Herzbeutel, ging unter Menschen und bot ihnen ein kleines rotes Herz im Tausch für eine Umarmung an.

Lee ist deswegen so bekannt geworden, weil er oft zu Konferenzen und Versammlungen eingeladen wurde, wo er seine Botschaft der bedingungslosen Liebe vermittelte. Während einer Konferenz in San Francisco forderte ihn der lokale Nachrichtensender heraus: "Es ist leicht, Leute hier in der Konferenz in den Arm zu nehmen, die selbst gewählt haben, hier zu sein. Aber in der Wirklichkeit funktioniert das nie."

Sie forderten Lee auf, auf den Strassen von San Francisco Umarmungen anzubieten. Gefolgt von einem Fernsehteam des lokalen Nachrichtensenders ging Lee auf die Strasse. Zuerst näherte er sich einer vorbeigehenden Frau. "Hallo, ich bin Lee Shapiro, der umarmende Richter. Ich gebe diese Herzen im Tausch für Umarmungen". "Klar." erwiderte sie. "Zu einfach", wandte der lokale Kommentator ein. Lee sah sich um. Er sah eine Politesse, die es mit dem Besitzer eines BMW nicht leicht hatte, dem sie einen Strafzettel gab. Er marschierte auf sie zu, das Kamerateam im Schlepptau und sagt: " Sie sehen aus, als ob Sie eine Umarmung gebrauchen könnten. Ich bin der umarmende Richter und ich biete ihnen eine an". Sie akzeptierte sie.

Der Fernsehkommentator forderte Lee ein letztes Mal auf: "Sehen Sie, da kommt ein Bus. Busfahrer aus San Francisco sind die härtesten, griesgrämigsten, gemeinsten Leute in der ganzen Stadt. Lassen Sie uns sehen, ob Sie ihn dazu kriegen, Sie in den Arm zu nehmen". Lee nahm die Herausforderung an.

Als der Bus an die Bordkante fuhr, sagte Lee. "Hallo, ich bin Lee Shapiro, der umarmende Richter. Dies muss einer der anstrengendsten Jobs in der ganze Welt sein. Ich biete Leuten Umarmungen an, um die Bürde etwas zu erleichtern. Möchten Sie eine?“ Der 1,90 Meter große, 104 Kilo schwere Busfahrer kam von seinem Sitz herunter, trat heraus und sagte: "Warum nicht"? Lee nahm ihn in den Arm, gab ihm ein Herz und winkte zum Abschied, als der Bus abfuhr. Das Fernsehteam war sprachlos. Schließlich sagte der Kommentator: „Ich muss zugeben, ich bin sehr beeindruckt".

Eines Tages erschien Lees Freundin Nancy Johnston vor seiner Tür. Nancy ist ein professioneller Clown und sie trug ihr Clownkostüm mit Schminke und allem. "Lee, nimm Dir ein paar von Deinen Herz-Beuteln und lass uns zum Behindertenheim gehen".

Als sie im Heim ankamen, fingen sie an, farbige Ballonhüte, Herzen und Umarmungen an die Patienten zu verteilen. Lee fühlte sich unbehaglich. Er hat noch nie zuvor Leute umarmt, die unheilbar krank, schwer zurückgeblieben oder Tetraplegiker waren. Es war eine ziemliche Anstrengung. Aber nach einer Weile wurde es einfacher für Nancy und Lee, die inzwischen ein Gefolge von Ärzten, Schwestern und Pflegern hatten, die ihnen von Station zu Station folgten.

Nach etlichen Stunden erreichten sie die letzte Station. Dies waren 34 der schwersten Fälle, die Lee in seinem Leben gesehen hatte. Das Gefühl war so bitter, dass es ihm den Mut nahm.

Aber aus ihrer Verpflichtung heraus, ihre Liebe zu teilen und etwas zu verändern, fingen Nancy und Lee an, sich durch den Raum zu arbeiten, das medizinische Personal im Gefolge, von denen jeder inzwischen ein Herz an seinem Kragen und einen Ballonhut auf dem Kopf hatte.

Schließlich kam Lee zum letzten Patienten, Leonard. Leonard trug ein großes weißes Lätzchen, auf das er sabberte. Lee sah Leonard an, der auf sein Lätzchen tropfte und sagte: „Lass uns gehen Nancy, es gibt keine Möglichkeit, zu diesem Menschen durchzudringen.“ Nancy erwiderte: „Komm schon, Lee, er ist ein Mitmensch, oder nicht?“ Dann setzte sie einen lustigen Ballonhut auf seinen Kopf. Lee nahm eines seiner kleinen roten Herzen und setzte es auf Leonards Lätzchen. Er holte tief Atem, beugte sich hinunter und nahm Leonard in den Arm.

Plötzlich begann Leonard zu kreischen: „Iiiiihh! Iiiiihh!“. Einige der anderen Patienten im Raum begannen, mit Gegenständen zu klappern. Lee wandte sich um eine Art Erklärung an das Personal und konnte nur feststellen, dass alle Ärzte, Schwester und Pfleger weinten. Lee fragte die Oberschwester: „Was geht hier vor?“

Lee wird nie vergessen, was sie sagte: „Das ist das erste Mal im 23 Jahren, dass wir Leonard haben lächeln sehen.“

Wie einfach ist es, im Leben anderer etwas zu verändern.

Diese und andere Geschichten, die das Herz erwärmen, findest Du in der Bücher-Reihe "Hühnersuppe für die Seele" von Jack Canfield und Mark Victor Hansen.


 

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